Invercargill oder Steward Island … in weniger als einem Tag? Via Fähre zur 30 Kilometer südlich der Südinsel liegenden, weitestgehend naturbelassenen Insel, sich orientieren, herumtigern und auf selbem Weg, der allein mehr als eineinhalb Stunden Zeit in Anspruch nimmt, spätestens mit der letzten Fähre um 17 Uhr wieder zurück? Nein. Das Programm ist sogar mir zu gepackt, der Zeitfaktor wirft Steward Island also definitiv aus dem Rennen. Ich werde in Invercargill bleiben – mehr oder weniger – und das Alternativangebot in Anspruch nehmen, das im wahrsten Sinne des Wortes nicht von schlechten Eltern ist.

Es ist bereits 10 Uhr durch, die Zimmer in der Tuatara Lodge in Invercargill sind bezogen und ich gehe noch ein paar Schritte die Straße runter, um mir wenigstens noch einen Minimal-Eindruck von der südlichsten Stadt des Landes zu verschaffen. Zusammen mit den wenigen übriggebliebenen Stray-Kollegen, die sich mit mir bis ganz in den Süden gewagt haben, werde ich von unserem Fahrer Digger in einigen Minuten am Hostel abgeholt.
Nach Absprache mit dem Texaner Travis – ebenfalls Stray-Passagier und wie es der Zufall will von Beruf Koch – und einem kurzen Telefonat mit seinen Eltern, konnte uns Digger für heute Abend kurzerhand ein exklusives Diner klarmachen. Mama und Papa Digger sind Besitzer einer Schaffarm und jagen just in diesem Moment wahrscheinlich gerade unserem Abendessen hinterher:
Neuseeländisches Lamm am Spieß mit einer Prise Texas!

Mein Aufenthalt in Invercargill?
Ein lohnenswerter Ganztages-Workshop „How to prepare a lamb!“. Bitteschön …

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 1

Gehe Zweige, Reisig und jegliches tockenes und vor allem brennbares Geäst sammeln, das als Brennholz dient.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 2

Schau dich nach einer geeigneten Feuerstelle um, in deren unmittelbaren Nähe sich keine Sträucher oder Bäume befinden, da sich diese durch den entstehenden Funkenregen leicht entzünden könnten. Forme mit dem gesammelten Brennholz am ausgesuchten Platz eine Pyramide.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 3

Entzünde das Feuer. Wenn nötig, nimm etwas Papier zur Hilfe.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 4

Befreie einen größeren Ast von der Rinde und schnitze ihn spitz zu, sodass das Lamm leicht aufgespießt werden kann.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 5

Umwickle deinen selbstgemachten Spieß mit Alufolie und baue aus Stöcken eine Halterung, um den Spieß über dem Feuer platzieren zu können.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 6

Durchbohre das Lamm mit dem Spieß.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 7

Arrangiere das aufgespießte Lamm in der Halterung über der Feuerstelle.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 8

Mach es dir am Feuer gemütlich, relaxe und trinke ein zwei oder auch drei bis vier Gläser beziehungsweise Flaschen Wein und bei Bedarf etwas Jägermeister, während du sechs bis acht Stunden wartest bis das Lamm gar ist …

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 9

… oder heize alternativ auf einem Quad über mehrere Hektar neuseeländisches Farmgelände.

Achtung! Entweder Schritt 8 oder Schritt 9 anwenden! Das Kombinieren beider Schritte kann leicht zu unglücklichen Umständen führen. Man könnte beispielsweise das Quad-Bike aus Versehen im farmeigenen Teich versenken … oder so.

„How to prepare a lamb!“ – Schritt 10

Genieße das Lagerfeuer, während der Koch das Lamm fürs Diner portionsgerecht zubereitet … dann iss!

Unterkunft

Tuatara Backpackers Lodge Invercargill

Ausstattung 26 Zimmer, Preis pro Zimmer und Nacht im „Dorm Room“ für 4 bis 10 Personen 25 NZD (ca. 16 EUR), 24-Stunden-Sicherheitsservice, Gepäckaufbewahrung, Tourschalter, Wäscheservice mit Trockner, kostenloser Internet-Zugang, kostenloses Parken, gut ausgestattete Küche, 2 TV-Lounges, Kreditkarten werden angenommen
Kontakt 30-32 Dee Street, 9810 Invercargill
fon (03) 214 0954, fax (03) 214 0956, freephone 0800 488 282
www.tuataralodge.co.nz
Posted by:Claudia

Grafikdesignerin und Reisebloggerin mit einer Vorliebe für Fotografie, Wordpress und ganz viel Kaffee. Auf dem Land geboren, auf dem Land aufgewachsen. Ausgezogen, um auf Traumpfaden zu wandern, und auch immer wieder gerne heimgekehrt … Gone Walkabout!

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