73 Meter lang, 24 Meter hoch, 569 Tonnen Kampfgewicht und eine Spannweite von 79,8 Metern. Der neue Airbus A380 – der Rolls-Royce unter den Flugzeugen. In der Tat liefert die britische Traditionsfirma dem Airbus die vier Triebwerke, die ihn in die Luft befördern sollen und so Gott will auch wieder unbeschadet auf festen Boden – in dem Fall auf US-amerikanischen Boden.
San Francisco International Airport.
Bei erfolgreicher Landung schon durchzuatmen, wäre jedoch vermessen, denn wer ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einreisen will, stößt schnell an die Grenzen des Unbegrenzten. Auch der genehmigte ESTA-Antrag und die 14 USD Eintrittspreis können einem nicht garantieren, den „Dirty Harry“ der Einwanderungsbehörde am Immigration-Schalter problemlos passieren zu dürfen. „Secure Borders and Open Doors“ …

Nach nicht zu vernachlässigender aber mit genügend Zeit im Gepäck auch nicht weiter bedenklicher Wartezeit beim Einreiseverkehr an der Passkontrolle, bin nun endlich ich an der Reihe und trete vor den wohl nur mäßig gelaunten „Immigration Officer“. „Mr. T“ scannt mit seinen Laseraugen meinen Reisepass, dann mein Gesicht … [ || ] … immernoch mein Gesicht … muss der Mann nicht auch mal blinzeln? Während ich noch lustig in die Kamera grinze, die auf mich gerichtet wird, werde ich schon mit Fragen bombadiert … tschuldigung, gelöch … ähm … befragt.
„Reisen Sie zum ersten Mal in die Staaten?“, „Wo genau wollen Sie hin?“, „Reisen Sie alleine?“, „Besuchen Sie Freunde oder Familie?“, „Warum reisen Sie alleine?“, „Was sind Sie von Beruf?“, „Beruflich hier?“ „Was wollen Sie dann in den USA?“, „Wie lange wollen Sie bleiben?“, „3 Wochen, ganz alleine?“ … Jaaaaaaa, ohne Scheiß jetz‘, ich mache Urlaub, drei Wochen, alleine!
Ein weiterer eindringlicher Blick in mein Gesicht lässt mich erschaudern … vielleicht ist es aber auch der fehlende Schlaf und die von mir verhassten Klimaanlagen, die einen auf Reisen zu verfolgen scheinen. Ich überlege, ob ein nettes Lächeln „Rambos“ Einreiseritual eventuell etwas beschleunigen könnte. Tut es nicht.
„Fingerprints please! Forrfingörrsfjurreidändförrst!“ „Hä??!?“ „4 Fingers! Right Hand!“ Zu einem anständigen Verhör gehört eben auch ein Fingerabdruck. Neeeein, einer reicht nicht, zehn! Wenn vorhanden, auch gerne mehr. Die sich stauende Menschenmenge hinter mir beginnt deutlich unruhiger zu werden. Ich auch. Aber hey, wir haben ja alle Zeit der Welt – 3 Stunden und 46 Minuten genau, bis zu meinem Anschlussflug nach Honolulu, Hawaii um 16:06 Uhr – und bis dahin unterhalte ich mich eben noch etwas mit dem netten Herr Wachtmeister. Doch der zieht es vor, mich von nun an komplett zu ignorieren.
Gute 10 Minuten und etwa drei am Nachbarschalter vorbeiziehende muslimische Großfamilien später, verpasst mir „Batman“ schließlich meinen Stempel und entlässt mich aus seinen Fängen. Sänk ju! Es folgen Nacktscanner, Zoll, Gepäckausgabe und erneute Gepäckaufgabe bis ich endlich entspannt durchatmen kann … auch wenn ich mir immer noch geringfügig Gedanken über mein offenbar nicht sehr vertrauenswürdig wirkendes Erscheinungsbild mache.
Einreisemanöver erfolgreich abgeschlossen! United States of America … Ich bin drin!

Posted by:Claudia

Grafikdesignerin und Reisebloggerin mit einer Vorliebe für Fotografie, Wordpress und ganz viel Kaffee. Auf dem Land geboren, auf dem Land aufgewachsen. Ausgezogen, um auf Traumpfaden zu wandern, und auch immer wieder gerne heimgekehrt … Gone Walkabout!

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