„Jack versus the Volcano“ – die Geschichte des kleinen Mannes, der sein Heim gegen die Naturgewalt Vulkan veteidigt. Es klingt wie aus einem Märchenbuch, ist tatsächlich aber ein Artikel im Inflight Magazine von Hawaiian Airlines, der mich während der 30 Minuten Flugzeit von Maui zur Big Island Hawaii nicht mehr losließ. Jetzt, zwei Tage später, befinde ich mich selbst mittendrin im schaurig schönen Märchenwald bizarrer, versteinerter Wesen – nicht weit weg von der Stelle, an der Hawaiis Vulkangöttin Pele Jack Thompsons Haus im März 2012 unter einem Lavastrom begrub. Die Eruption ist nach wie vor im Gange … seit schlappen 30 Jahren!

Im Kessel der Gipfel-Kaldera des Kilauea braut Pele gerade ihre brodelnde Mixtur aus Basalt, Eisen und Schwefel. Die nächste Lavaflut … lediglich eine Frage der Zeit. Die Hinterlassenschaften der feurigen Dame scheinen düster und karg. Schlafende Lavaströme, tiefe, steilwandige Krater und finstere Lavaröhren säumen die Chain of Craters Road, die sich derzeit über etwa 30 Kilometer die Südhänge des Kilauea hinunter windet. An der Küste endet die Straße. Abrupt. Verschluckt: Pele.


Leichter Nieselregen färbt das Braun-Grau der erstarrten Glut tiefschwarz. Schaut man sich aber genauer um, strotzt diese vermeintliche Einöde nur so vor Farben, Formen und Leben. Jeder Grashalm strahlt grüner, jede Ohia-Blüte röter und jeder Regenbogen bunter vor der rußigen Kulisse des Hawaii Volcanoes Nationalpark.


Bei Einbruch der Dämmerung führt mich der Weg zurück zum Observatorium auf dem 1219 Meter hohen Gipfel des Feuerbergs, wo ich’s mir – den Blick direkt auf Peles Wohnsitz im Krater gerichtet – gemütlich mache. Die Dunkelheit dieser ruhigen, klaren Nacht lässt den Himmel spektakulär erstrahlen im glühenden Schein des Lavasees im Kraterinneren: Die Vulkangöttin hat das Licht angeknipst.
Jack Thompson rechtfertigte sein isoliertes, risikoreiches Leben hier mit folgenden Worten: „It was so nice and peaceful – typical Kalapana magic”. Ja, ich glaub’, ich kann ihn spüren, den Zauber.

Hawaii Forest & TrailsGanz heißer Tipp: Das Twilight Volcano Adventure mit Hawaii Forest & Trails ist jeden Cent der 179 USD (ca. 137,40 EUR) wert. Der 12 Stunden Round-Trip auf Hawaiis Big Island findet in Kleingruppen statt und ist sehr flexibel gestaltet. Denn was die Vulkangöttin Pele so im Schilde führt, ist kaum vorhersehbar, sodass unter Umständen die Spontanität der sehr orts- und sachkundigen Guides gefragt ist.
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Posted by:Claudia

Grafikdesignerin und Reisebloggerin mit einer Vorliebe für Fotografie, Wordpress und ganz viel Kaffee. Auf dem Land geboren, auf dem Land aufgewachsen. Ausgezogen, um auf Traumpfaden zu wandern, und auch immer wieder gerne heimgekehrt … Gone Walkabout!

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