Was muss gebucht werden?

1. Für den Kurs inkl. Bush-Bus anmelden.

Apprentice Field Guide (NQF2) – ehemals Level1 – nennt sich die 55-Tage-Grundausbildung zum Safari Guide. Alle Buchungs-Angelegenheiten habe ich mit EcoTraining direkt abgewickelt. Formulare, Einverständnis- und Verzichtserklärungen, Auslandskrankenversicherung etc. pp. … der bürokratische Aufwand ist nicht zu verleugnen. Dass alles auf Englisch ist, macht die Sache nicht weniger kompliziert, da muss man sich halt durchwursteln. Die EcoTraining-Büro-Mädels sind jedoch auf zack, sehr geduldig und reagieren schnell auf alle Fragen und Wehwehchen.
Es kommt auch vor, dass sich während des laufenden Kurses Teilnehmer umentscheiden und in den Professional Field Guide Jahreskurs oder andersrum wechseln. EcoTraining zeigt sich da sehr aufgeschlossen und flexibel.
Für alle, die mit all der Zettelwirtschaft auf Kriegsfuß stehen – Rettung naht: SafariFrank. Sicherlich hast du schon von Gesa Neitzel und ihrem Bestseller-Buch Frühstück mit Elefanten* gehört. Zusammen mit Frank betreibt sie in Berlin ein Büro. Die beiden freuen sich bestimmt über deine Buchung.

Preis für den 55-Tage-Kurs: ca. 6.000 Euro (inkl. FGASA Registrierung und Prüfungsgebühren) + ca. 300 Euro Bush-Bus

2. Den Flug buchen.

Das Fliegen geht leider nicht ganz so spurlos an mir vorüber. Mit den „Großen“ der Branche bilde ich mir ein sicherer zu sein. Lufthansa, South African Airline und Swiss fliegen nonstop in circa 11 Stunden nach Johannesburg O. R. Tambo International Airport, allerdings selten unter etwa 750 Euro hin und zurück.
Google Flights zeigt in einer sehr praktischen Kalenderübersicht die Flugpreise für ähnliche Reisedaten an. Einen Tag früher oder später kann so eine Preisdifferenz von bis zu 200 Euro ausmachen. Zur Buchung wirst du dann auf die Seite der Airline weitergeleitet.
Mit British Airways, KLM, Alitalia oder anderen Fluglinien geht es sicherlich auch billiger, dann halt meist mit mehreren Zwischenstopps.

Preis für Hin- & Rückflug: ca. 750 Euro

3. Die Unterkunft in Jo-burg reservieren.

Als absolut unkompliziert und reibungslos hat sich für mich der Aufenthalt im Airport Inn* – ehemals Emerald Guesthouse – in Johannesburg einige Tage vor und nach dem Kurs herausgestellt. Die Zimmer sind jetzt nicht super schnieke aber zu dem Preis kann man nicht meckern. Es gibt einen kostenlosen und zuverlässigen Airport-Shuttle und du wirst am Start-Tag des Kurses quasi direkt vor der Zimmertür vom EcoTraining Bush-Bus abgeholt.
Den ein oder anderen Level1-Mitstreiter habe ich außerdem im Emeralds schon kennenlernen dürfen. So konnte ich meine übertriebene Aufregung wenigstens ein bisschen in Zaum halten.
Das etwas ansprechendere Sunrock Guesthouse* liegt nur wenige Minuten entfernt vom Emerald. Einen kostenlosen Flughafentransfer gibts dort ebenfalls, preislich liegt es allerdings etwas höher.

Preis pro Nacht im Airport Inn*: ca. 40 Euro (inkl. Frühstück)
Preis pro Nacht im Sunrock Guesthouse*: ca. 55 Euro (inkl. Frühstück)

Was soll ich mitbringen?

4. Malaria-Prophylaxe verschreiben lassen.

… die einen schwören, andere schimpfen drauf! Da es einen Impfstoff gegen Malaria nicht gibt, muss wer vorsorgen will wohl oder übel Pillen schlucken. Mehrere Leute im Camp sind tatsächlich von den fiesen Anopheles-Moskitos erwischt und mit Malaria infiziert worden. Keine Sorge, man ist für Vorfälle dieser Art dort bestens gerüstet. Jeder wurde sofort medizinisch versorgt und war bald wieder auf den Beinen … jo, nach einigen so richtig beschissenen Tagen halt. Muss ich persönlich jetzt nicht unbedingt gehabt haben. Insofern bin ich im Nachhinein froh, mich für die Prophylaxe entschieden zu haben.
Mein Arzt hat mir das Antibiotikum Doxycyclin verschrieben, das täglich in Form einer kleinen Tablette einzunehmen ist. Fünf mal 20 Tabletten kosteten mich 62,40 Euro. Das wohl verbreitetere Präparat ist Malarone. Nachteil: für 12 Tabletten sind bereits 68 Euro fällig. Vorteil: es kann im Gegensatz zu Doxy auch zur akuten Malaria-Behandlung eingesetzt werden.

Preis für 100 Tabletten Doxycyclin: ca. 62,40 Euro

5. Gute Binoculars besorgen.

Binoculars sind ein Muss! Mit den ersten Infos darüber, was es so an Linsen auf dem Markt gibt und wieviel Kohle man dafür ausgeben kann, fiel mir direkt die Farbe aus dem Gesicht. Nachdem ich mich voreilig für ein günstiges Modell entschieden hatte, wurde mir doch schnell bewusst, was gute Binos wert sind, und habe dann auf das Nikon Prostaff 3S 10×42* upgegradet. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Mach‘ nicht den gleichen Fehler und investier‘ lieber gleich in ein anständiges Paar. Um ausführlich über Ferngläser zu philosofieren, habe ich zu wenig Ahnung. Die Zauberformel für Dummies lautet …

„Vergrößerung x Durchmesser“
Zum Beispiel „10×42“ – 10-fache Bildvergrößerung bei einem Linsendurchmesser von 42mm.

8x oder 10x ist der perfekte Vergrößerungsfaktor für Safaris. Bei einem höheren Wert würde das Bild schnell verwackeln. 32mm bis 42mm Linsendurchmesser lassen auch bei einer Abend-Safari noch genügend Licht einfallen. Größer als 42mm hieße zu viel Glas und so auch zu viel Gewicht.

Preis für das wunderbare Nikon Prostaff 3S 10×42*: ca. 176,99 Euro

6. Für genügend Lichtquellen sorgen.

Dass ich eine Headlamp brauche, war mir bewusst. Wie sehr es da qualitative Unterschiede gibt bedauerlicherweise nicht. Meine war maximal so hell wie ein Glühwürmchen. Nicht gut, wenn man abends lernen will. Und du wirst abends lernen wollen müssen!
Ich rate zusätzlich zu einer oder mehreren Zeltlaternen, die gerade beim Lesen sinnvoller sind als eine Headlamp. Es sei denn du stehst auf die ganzen Insekten in deinem Gesicht. Falls nicht wiederaufladbar über Solar oder USB, Batterien nicht vergessen!

Preis für eine Solarleuchte SolarPuff*: ca. 28,75 Euro
Preis für die wiederaufladbare Aennon-LED-Stirnlampe*: ca. 15,29 Euro

7. Eigenen Kaffee mitbringen.

Allen gleichgesinnten Kaffee-Junkies kann ich nur schwer dazu raten, selbst für anständigen Kaffee mit ordentlich „Bums“ zu sorgen. Die Instant-Plörre kann echt niemand saufen!

Preis für den Stanley-Kaffeezubereiter* Classic Vacuum Travel Press: ca. 42 Euro


Wie kann ich mich vorbereiten?

8. Lernmaterial beschaffen.

Man darf sich da nichts vormachen – es gibt jede Menge Lernstoff. Früher oder später wirst du dich auf deine vier Buchstaben setzen müssen, um dir die ganze Theorie reinzuziehen. Vor Kursbeginn saß ich zu Hause wie auf heißen Kohlen. Ich wollte etwas tun, mich schon einmal einlesen, vorlernen … irgendetwas eben! Wusste aber nicht so richtig, was Sinn machen würde. Vielleicht geht’s dir ja genauso.
EcoTraining empfiehlt verschiedene Lernmaterialien und hat in allen Camps, die ich besuchen durfte, eine kleine oder auch etwas größere Busch-Bibliothek mit vielen der empfohlenen Bücher eingerichtet. Ich persönlich kann dir folgende Eigen-Anschaffungen entweder ans Herz legen bzw. auch davon abraten:

Game Ranger in your Backpack

Taschenbuch
Der Preis: 31,50 Euro
Mit dem Game-Ranger-Allround-Wissen nicht nur im Gepäck sondern auch in deinem Kopf hast du dein Level1 quasi in der Tasche.
Kaufen bei amazon.de*

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (5/5)

Behavior Guide to African Mammals (Estes)

Taschenbuch
Der Preis: 35,89 Euro
Gute, sehr detaillierte Ergänzung zum Game Ranger. Punktabzug gibt’s dennoch für die im doppelten Sinne schwere Lektüre: für das anspruchsvolle Fachchinesisch und für das Gewicht, das der 611-Seiten-Wälzer auf die Waage bringt.
Kaufen bei amazon.de*

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung Wertung   (3/5)

Beat About the Bush Mammals

Taschenbuch
Der Preis: 39,93 Euro
… als Alternative zum Estes Mammals Guide. Beat About the Bush Mammals ist etwas knapper gefasst und wie ich finde leichter zu lesen – gerade für Fremdsprachler. In typischer Beat About the Bush Manier werden die alltäglichen Fragen des Safarigastes beantwortet, ohne dabei in wissenschaftliches Kauderwelsch zu verfallen.
Kaufen bei amazon.de*

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (5/5)

Beat About the Bush Birds

Taschenbuch
Der Preis: 43 Euro
Für das bloße Identifizieren verschiedener Spezies eignet sich die Roberts-App am besten. Wenn es dann doch ein Buch sein soll, dann würde ich zu diesem hier greifen – nicht zum Mitschleppen geeignet, mehr zum Lernen daheim. Deshalb den einen Punkt Abzug.
Kaufen bei amazon.de*

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (4/5)

Roberts Birds of SA App

Roberts Birds of SA App

App (iOS oder Android)
Der Preis: 34,99 Euro
Lieblings-App! Super praktisch für unterwegs und im Gegensatz zum Buch kann die App auch zwitschern. Ich würde definitiv keinen fetten Vogel-Wälzer mehr kaufen! Verglichen mit „Sasol eBirds“-App beinhaltet die hier zu jeder Vogelart zusätzlich und ohne Aufpreis auch Fotos, sie scheint mir außerdem übersichtlicher und informativer.
Download für iOS
Download für Android

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (5/5)

Sasol eBirds

Sasol eBirds

App (iOS oder Android)
Der Preis: 26,99 Euro
Oft und gerne empfohlen – auch in Taschenbuch-Form* – und ich bin natürlich direkt drauf reingefallen. Wenn überhaupt, macht nur die App Sinn. Die allerdings kann der Roberts-App bei weitem nicht das Wasser reichen.
Download für iOS
Download für Android

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (2/5)

The Tree App South Africa

The Tree App South Africa

App (iOS oder Android)
Der Preis: 27,99 Euro
Zufällig entdeckt und für gut empfunden. Mir sagt die App viel mehr zu als die bekanntere „eTrees of Southern Africa“-App. Liegt vermutlich daran, dass ich das von EcoTraining empfohlene Taschenbuch dazu (Field guide to trees of Southern Africa) schon gar nicht mochte.
www.thetreeapp.co.za
Download für iOS
Download für Android

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (5/5)

Sasol eBirds

eTrees of Southern Africa

App (iOS oder Android)
Der Preis: 22,99 Euro
Ähnlich wie bei den Birds würde ich auch in Sachen Trees stark abraten vom fetten Taschenbuch*. Das kann kein Mensch mit sich herumschleppen! Die wichtigsten Baum-Spezies sind mit dem Game Ranger schon abgehakt und die zahlreichen weiteren sind in einer App definitiv besser aufgehoben. Mein Favorit ist allerdings die oben genannte „The Tree App South Africa“.
Download für iOS
Download für Android

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (2/5)

iTrack Africa

iTrack Africa

App (iOS oder Android)
Der Preis: 16,99 Euro
Keiner will eine Menge Bücher mit im Busch rumschleppen. In Sachen Tracks ist ein kleiner Spickzettel aber schon ganz praktisch. iTrack Africa zeigt und erläutert Spuren von 57 Säugetier-Spezies – mit dem Versprechen, die Anzahl in künftigen Updates zu erweitern. Und das, ohne dass das Gewicht mitwächst. Ist doch super!
Download für iOS
Download für Android

Wertung  Wertung  Wertung  Wertung  Wertung   (4/5)

9. Bird-Calls aufs Handy spielen lassen.

Jetzt nicht gleich Schnappatmung bekommen, aber die 100 Vögelchen auf deiner Liste musst du nicht nur anhand ihres Aussehens sondern auch ihrer Rufe erkennen können. Lass‘ dir gleich zu Beginn des Kurses von einem deiner Instructor die Vogelstimmen auf dein Handy überspielen und dich Abends in den Schlaf zwitschern … easy ;)

10. Workbook ausfüllen.

Im Laufe des Kurses wirst du verschiedene Module durchkauen. Von Wetter & Klima, Ökologie und Geologie über Taxonomie zu Säugetieren, Reptilien und allem was so kreucht und fleucht. Dazu wird es neben verschiedenen Lectures ein Workbook geben, das noch vor den Theory Exams komplett ausgefüllt werden muss. Wenn du am Ende nicht in die Bredouille kommen willst, klemm‘ dich lieber gleich dahinter. Und was die Büffelei für die Exams angeht: Konzentriere dich dafür ausschließlich auf den Inhalt des Workbooks und du bist safe!


11. Flashcards basteln.

Jeder lernt anders. Und die richtige Lernstrategie für sich zu finden, halte ich für mindestens genauso wichtig wie das Lernen selbst. Meine persönliche Geheimwaffe sind Karteikärtchen. Den ganzen Kram zu sortieren und auf das Minimum runterzubrechen hilft mir, die Übersicht zu behalten und mich nicht völlig überfordert zu fühlen.
Ich habe mir beispielsweise schon zu Hause Vogelkärtchen gebastelt, die ich ständig mit mir herumtrug. Ob im Zug, im Flugzeug, in der Mittagspause oder der Badewanne … meine gefiederten Freunde waren immer und überall mit dabei.

Hier kannst du dir meine Flashcards kostenlos als PDF zum Selberdrucken herunterladen. Viel Spaß damit!

Free Download

12. Genieß‘ es!

Neben dem ganzen Lernstress solltest du dir nicht nehmen lassen, das Ganze auch zu genießen. Lass‘ nicht zu, dass dein Ehrgeiz dich blind macht für die kleinen, schönen Augenblicke. Zieh‘ dir Ginger Nuts Biscuits und Rusks rein. Trink‘ Abends gemütlich eine Coke oder ein Bierchen am Campfire. Schau‘ in die Sterne. Oder mach‘ einfach mal … nichts.

Im Post ist der ein oder andere Affiliate-Link (*) vergraben. Darüber erreichst du nur Produkte und Seiten, die ich selbst auch empfehlen kann. Jeder Einkauf auf der jeweilig verlinkten Seite würde mir ein kleines Trinkgeld in Form einer Provision bescheren. Du zahlst den üblichen Preis und erhältst zusätzlich mein unangefochtenes Ansehen auf Lebenszeit. Vielen Dank!

Posted by:Claudia

Grafikdesignerin und Reisebloggerin mit einer Vorliebe für Fotografie, Wordpress und ganz viel Kaffee. Auf dem Land geboren, auf dem Land aufgewachsen. Ausgezogen, um auf Traumpfaden zu wandern, und auch immer wieder gerne heimgekehrt … Gone Walkabout!

2 replies on “Werde Field Guide in Südafrika – 12 Tipps

  1. Liebe Claudia,

    auf der Suche nach einer Möglichkeit, mein Sabbatical zu gestalten, bin ich über Deinen Blogartikel gestolpert und freue mich riesig darüber. Das ist doch mal eine super Idee, um längere Zeit am Stück in Südafrika zu bleiben und die persönliche Auszeit sinnvoll zu nutzen.

    Schöne Grüße
    Yvonne

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