Wir schreiben Tag 13 meiner Hawaii-Reise. Heute ist mein vierter Tag auf Maui. Ja, wir sprechen von DEM Maui … der Insel, der nachgesagt wird, mit den schönsten Stränden des ganzen Hawaii-Archipels – manche behaupten sogar weltweit – gesegnet zu sein: Knapp 50 Kilometer Strand bei 193 Kilometern Küstenlinie.

Ich war über zwei Wochen lang viel unterwegs, habe zweieinhalb Inseln abgeklappert … zu Fuß, per Bus, Mietwagen, Boot und per Hubschrauber. Gestern die berüchtigten Serpentinen der „Road to Hana“, am Tag zuvor die 3055 Höhenmeter des Haleakalā – da kann einem schon mal schwindlig werden. Trotzdem. Schee wars! Jetzt ist es aber sogar für mich – obwohl ich dieser ewigen Strand-Duselei grundsätzlich nicht viel abgewinnen kann – an der Zeit, die von Blasen geplagten Füße auch mal hochzulegen und das Paradies, das sich vor der Hotellobby auftut, zu genießen. Gesagt getan! Taucherbrille, Schnorchel und Strandtasche gepackt geht’s auf gen Süden … zum South Maui Beach Check!

1. Kama’ole Beach Park I (Kam I)

Es sind Familien mit Kindern, Angler, Pärchen, Spaziergänger und Bodysurfer, die sich weitläufig um mich streuen. Kleine, wenig bewachsene Sandhügel mimen eine Dünenkette, schotten den Strand von der Straße ab und mich von meiner Rastlosigkeit. Weite und Ferne machen sich auf 600 Metern Länge breit. Es ist Nebensaison und am Kam I geht’s wunderbar gemächlich zu. In den Sommermonaten soll es sehr voll werden können, hier am „Charley Young Beach“, dem nördlichen Strandabschnitt, herrscht wohl auch dann am wenigsten Trubel, da sich Rettungsturm und Hauptparkplatz weiter südlich befinden.

Charley Young war ein Reporter des Militärs, der sich mit seiner Familie 1940 auf Maui sesshaft machen wollte und hier ein Stückchen Land kaufte. Mit dem Eintritt der USA in WWII (1941) wurde Kam I nebst anderen Stränden vom Militär zu Trainingszwecken beschlagnahmt. Nach Ende des Krieges machten die Youngs ihren Traum vom Eigenheim dann doch noch wahr und lebten hier bis Mitte der 70er Jahre.
Von hier sind es nur ein paar Schritte quer über die Straße bis zu meiner Unterkunft, ein ABC-Store liegt auch in der Nähe … für mich zurecht die Nummer I.

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2. Kama’ole Beach Park II & III (Kam II & III)

Um an dieser Stelle eines mal vorwegzunehmen, die Sauberkeit an Mauis Stränden ist allerorts tadellos. Mit 400 Metern Länge zwar deutlich kleiner als der Kama’ole I, weißt der zweite im Bunde der Gebrüder Kama’ole doch meist ähnlich gute Bedingungen auf. Bei Seegang aus südwestlicher Richtung, tummeln sich auch hier gerne Bodysurfer in den Wellen.
Gelegentlich sind die Kama’ole Parks – genau wie der Rest der Küstenlinie auf dieser Seite Mauis – starken Winden, hohen Wellen und heftigen Regenfällen ausgesetzt. Jeder Strand, der nicht durch ein vorgelagertes Korallenriff geschützt ist, wird allmählich ausgewaschen. Wenn der Sand am Kam II nach einem sogenannten Kona-Sturm vorübergehend verschwindet, hinterlässt er ein schwarzes Kiesbett aus abgetragenem Lavagestein, daher der Name „Ili’iliholo“, was so viel bedeutet wie „running pebbles“.


Obwohl ich persönlich den Kam I seinen beiden Namensvettern vorziehe, ist der kleinste und steinigste der drei Strände, der Kam III, der allgemein beliebteste. Die regelmäßig gute Brandung, die zeitweise ziemlich stark werden kann, macht ihn zum Favoriten bei Bodysurfern. In erster Linie verdankt er seine Popularität aber wohl seiner wirklich gigantischen, schön gepflegten Grünfläche – als einziger der Kama’ole Parks auch mit Kinderspielplatz. Außerdem gibt es hier die meisten Parkmöglichkeiten.
Weniger erfreulich ist, dass man hier gerade abends oft mit betrunkenen Jugendlichen rechnen muss, die den großzügigen Park zum Feiern nutzen. Für mich als Alleinreisende ein Grund, ihn bei einbrechender Dunkelheit zu meiden.

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3. Keawakapu Beach

Und weil’s dann so ganz ohne Wandern doch nicht geht, nehme ich den Kihei Coastal Trail am südlichen Ende des Kam III, der sich über etwa einen Kilometer entlang der Küste vorbei an einer Bootsrampe und den Kihei Surfside Appartements bis zum Keawakapu Beach windet. Etwas zurückgesetzt von der Straße, versteckt hinter einigen der teuersten Anwesen Mauis, die den gut ein Kilometer langen Strand fast auf kompletter Länge säumen, ist hier meist deutlich weniger los als an den nahegelegenen Stränden … was nicht bedeutet, dass der Keawakapu Beach minder attraktiv ist, im Gegenteil: Seine Größe, sein feiner goldener Sand, und die guten Schwimm- und auch passablen Schnorchelbedingungen beim Felsausläufer am Südende machen ihn zu einem der besten Strände Süd-Mauis. In den Wintermonaten können die Strömungen zwar sehr stark und die Brandung sehr hoch werden, die gute Gelegenheit, zwischen November und März vom Ufer aus Buckelwale zu sehen, sollte dann jedoch für die schlechteren Verhältnisse entschädigen.
Wie überall auf Maui ist die beste Zeit zum Schnorcheln früh morgens, bevor Wind aufkommt, die See rauher und das Wasser trüber wird. Üblicherweise hat sich die Lage für Schnorchler bis Mittag schon deutlich verschlechtert. Zeit, Maske und Schnorchel weg- und das Boogieboard auszupacken.

Schon am Abend meiner Ankunft vor vier Tagen hat sich mir der Küstenstreifen zwischen Kihei und Wailea von seiner besten Seite gezeigt … als ruhiger gemütlicher Ort, um bei einem wunderbaren Sonnenuntergang zu beobachten wie Kanufahrer, Jogger und Kitesurfer die letzten Runden des Tages drehen.

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4. Ulua & Mokapu Beaches

Je weiter südlich, desto besser die Schnorchelreviere! Morgens, wenn’s noch windstill ist, machen sich an den durch eine kleine Felszunge getrennten Zwillingsstränden Ulua & Mokapu Schnorchler und Tauchanfänger auf in die bunte Welt der Meeresbewohner – am besten eignet sich der besagte Felsausläufer zwischen dem nördlich gelegenen Mokapu und dem Ulua Beach. Letzterer scheint – warum auch immer – der beliebtere der beiden Strände zu sein. Schwimmen kann man an beiden sehr gut. Das Wasser ist für gewöhnlich ruhig hier und wird nur langsam tiefer, der Sand ist wunderbar weich und pudrig – perfekt für Familien mit Kindern.

Schnorchelanfängern steht direkt am Strandzugang zum Ulua eine Person der Pacific Whale Foundation für Fragen jeglicher Art zur Verfügung. Ob die immer da ist? Keine Ahnung. Nach einer kurzen Abkühlung wird mir das Schnorchelgetümmel allerdings zuviel. Mal schau’n, wohin mich der kleine, schick ausgebaute Fußweg am Ende des Ulua Beach so führt …

Wertung Wertung Wertung Wertung Wertung (4/5)

5. Wailea Beach

Wailea Elua Village, Wailea Beach Marriott Resort & Spa, Grand Wailea Resort, Four Seasons at Wailea … okay, schon klar, wo ich mich befinde, und wenn ich mich so umschaue, fühle ich mich allmählich wie das Haar in der Suppe – beziehungsweise im Cocktail, und hey, die müssen echt teuer sein, diese Cocktails. Aber wer wird denn schon so zimperlig sein. Auf dem insgesamt etwa 2 Kilometer langen Wailea Beach Path begegne ich Athleten und Spaziergängern, Rentnern und Kindern, und alle sind sie sehr freundlich – so falsch kann ich also nicht sein.


In der Tat ist auf allen Hawaii-Inseln oberstes Gebot, dass jeder Strand für jeden zugänglich bleiben muss. Keinem Hotel ist es gestattet, einen Strand oder Strandabschnitt für sich zu beanspruchen. Danke dafür! Und auch für den Blick durch die imaginäre Hintertür der Superreichen, die sich in der Mehrzahl offenbar lieber an die monumentale Poolanlage legen, als ihre Füße in diesen herrlich samtigen, fast weißen Sand des Wailea Beach zu graben. Für diejenigen, die sich tatsächlich vom Resort-Gelände wagen, stehen gefühlte drei Millionen Liegen bereit.
Aber es hat eben auch seinen Grund, dass die großen Resorts hier ihre Zelte, ähm pardon, Suiten aufgeschlagen haben und die unzähligen Urlauber, die regelmäßig „America’s Best Beach“ des Jahres 1999 anpeilen, bestätigen diese Wahl: beste Schwimmbedingungen, keine scharfkantigen Lavafelsen oder Korallen im Flachwasser, ein sanftes Gefälle, kristallklares Wasser. Vor allem aber ist es schön anzuschauen, dass der tipptopp gepflegte, ca. 400 Meter lange und bis zu 50 Meter breite Wailea Beach trotz der Touristenströme nicht wirklich überfüllt wirkt und seinen Aloha-Flair bewahren konnte.

Angebote für den Zeitvertreib gibts für Resortgäste genau wie für Normalsterbliche, die überall herzlich willkommen sind: Kayak Touren, Scuba Diving, Stand-up Paddle Kurse, Schnorchel Ausflüge, Kanufahrten in einem traditionell Hawaiianischen Kanu, Equipment-Verleih … und, tataaaaa: Starbucks Coffee …

Wertung Wertung Wertung Wertung Wertung (4/5)

6. Polo Beach

Folgt man dem Wailea Beach Path Richtung Süden, erreicht man den etwa 250 Meter kleinen Polo Beach, wo der Küstenpfad dann auf halber Höhe auch endet. Am nördlichen Strandabschnitt stehen Liegen bereit für die Gäste des Fairmont Kea Lani, der südliche Teil ist fast menschenleer. „Ke One o Polo“ – so der vollständige Name – ist etwas felsiger als sein bekannter Nachbar, dafür finden Bodysurfer und Boogieboarder hier aber die bessere Brandung vor. Schwimmen kann man trotzdem sehr gut und bei Windstille können Schnorchler die Unterwasserwelt um den nördlichen Felsausläufer erkunden.

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7. Makena Landing

Das geschniekelte Resort-Areal um die Wailea-Gegend lasse ich hinter mir und begebe mich weiter in den Süden nach Makena, von vielen als ungezähmtes Maui bezeichnet. Der Malu’aka Beach ist mein eigentliches Ziel, auf dem Weg dahin passiere ich jedoch den Makena Landing Beach Park und mache kurz Halt. Die Küstenlinie ist geprägt von schwarzem Lavagestein, nur ein kleiner schmaler Streifen Sand bildet den schnucklig kleinen Beach Park, in dem sich im Moment genau zwei Personen befinden – mich selbst nicht eingerechnet. Der Hauptgrund, warum Leute hierherkommen, ist ohnehin nicht das Baden – obwohl das sandige Ufer nur langsam abfällt und sich auch für Kinder gut eignet. Kayaking ist angesagt! Gebuchte Kayaks werden vom Verleiher hierhergebracht, sodass man direkt lospaddeln kann.

Auch für Taucher ist die Makena Bay ein reizvolles Ziel. Nicht weit von hier am Nahuna Point können Scuba-Diver auf etwa 10 Metern Tiefe die Five Caves ausfindig machen, wo sich in mehreren – in jedem Fall mehr als fünf – Höhlen und Bögen Riffhaie, Schildkröten, Adlerrochen und andere Meerestiere verstecken.

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8. Malu’aka Beach

Es gibt genau einen Grund, warum alle anderen Strände im Ranking nicht je einen Punkt mehr erhalten haben: Dieser überragend schöne, ca. 300 Meter kleine, fast weiße Sandstrand – mein absoluter Lieblingsort!
Es ist mir eine Rätsel, warum nicht mehr Leute hier sind, bis auf eine handvoll weiterer Personen habe ich den Strand quasi für mich alleine. Vielleicht liegt’s am etwas versteckten Zugang abseits der Hauptstraße – Malu’aka Beach scheint wohl noch sowas wie ein Geheimtipp zu sein.

Etwa 90 Meter vor der Küste befindet sich ein Korallenriff, wo regelmäßig Grüne Meeresschildkröten planschen. Von den Lavafelsen am südlichen Ende aus um die Klippen herum weiter in Richtung Süden … willkommen in „Turtle Town“! Denkste! Jetzt machen sich die Unannehmlichkeiten des Alleinreisens bemerkbar: Wohin mit den Wertsachen am Strand? Geld, Kreditkarten, Führerschein oder Pass sind das eine, aber die Spiegelreflex lässt sich halt nicht so einfach unters Höschen klemmen. Auto geht gar nicht, unbeaufsichtigt am Strand lassen eigentlich genauso wenig … ich muss mich also mit einem – von prüfenden Blicken zum Ufer unterbrochenen – Knapp-Dran-Vorbeischnorcheln zufriedengeben. Einige meiner Reisetaktiken sind ganz klar noch ausbaufähig, Tipps werden gerne entgegengenommen! Aber na ja, auch ohne „turtles“ – Malu’aka rocks!

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9. Big Beach

Zurück im Wagen geht’s auf der Makena Road immer der Küste entlang zum Südwest-Zipfel Mauis. Es sind nicht die Hotels, Resorts oder Golfplätze, die das Landschaftsbild formen, hier bin ich nun endgültig angekommen im „ungezähmten Maui“. Und wer glaubt, sich irgendwo in der Pampa zwischen Kakteen und Kiawe-Bäumen verfahren zu haben, ist auf dem richtigen Weg zum größten Strand der Insel mit Namen „Oneloa“, zu deutsch „langer Sand“. Tatsächlich kann der Big Beach, wie er umgangssprachlich genannt wird, auf seiner kompletten Länge von fast eineinhalb Kilometern aufwarten mit einer mehr als 90 Meter breiten, perlweißen Sandfläche. Was jedoch für mich seinen Reiz ausmacht, ist trotz der meist recht vielen Besucher das Gefühl von Abgeschiedenheit, Wildnis und Naturverbundenheit.

Bei erfahrenen Boogieboardern und Bodysurfern ist der Big Beach sehr beliebt, Laien sollten sich der täuschend starken Brandung doch lieber fernhalten. Verletzungen sind leider immer wieder an der Tagesordnung – auch aufgrund der mitunter starken Strömungen –, sodass am Nordende mittlerweile ein Rettungsturm postiert wurde. Am südlichen Strandabschnitt geht’s etwas ruhiger zu – zu Lande wie auch zu Wasser.

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10. Little Beach

Gut Versteckt hinter dem Hügel am Nordende vom Big Beach liegt der etwas diffizile Zugang zum „Pu’u Ola’i Beach“, oder auch Little Beach. „Pu’u Ola’i“ bedeutet so viel wie „Roter Hügel“ und gemeint ist ein 110 Meter hoher Aschekegel, dessen Ausläufer die Trennung der Küstenlinie bildet und so den „Kleinen Strand“ vom „Großen“ trennt. Ein etwas kraxliger Trampelpfad schlängelt sich über die Landzunge zur kleinen geschützten Bucht, wo – Achtung, nicht erschrecken – vorwiegend im Adamskostüm gebadet wird. Obwohl auf ganz Hawaii offiziell verboten, drückt man hier für alle Hippies, Freigeister und Freunde der Freikörperkultur offensichtlich beide Augen zu.

Der Strand an sich ist mit seinem flachen, sandigen Untergrund sehr schön und gut zum Schwimmen geeignet. Die Brandung ist nicht ganz so heftig wie beim größeren Bruder, sodass auch weniger versierte Bodysurfer und Boogieboarder die Wellen von Little Beach gut meistern können.
Nichtsdestotrotz begebe ich mich nach einem kurzen Besuch wieder auf die mir gewogenere Seite der Landzunge. Schon bei meiner Ankunft auf dem großzügigen Parkplatz am Big Beach ließ mich die pure Anwesenheit eines Jawz Fish Taco-Trucks erstrahlen. Ein Jawz Melonen Smoothie an einem der schönsten Strände Mauis mit herrlichem Blick auf die Silhouette Molokinis – der perfekte Abschluss meines Strand-Tages auf Maui.

Wertung Wertung Wertung Wertung Wertung (3/5)

Posted by:Claudia

Grafikdesignerin und Reisebloggerin mit einer Vorliebe für Fotografie, Wordpress und ganz viel Kaffee. Auf dem Land geboren, auf dem Land aufgewachsen. Ausgezogen, um auf Traumpfaden zu wandern, und auch immer wieder gerne heimgekehrt … Gone Walkabout!

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