Der zurückgezogene, kleine Weinort Franschhoek ist bekannt für sein „Ohlala“ und „Chichi“ a la Fronkreisch. Ein nettes Plätzchen in einem der schicken, französisch angehauchten Bistros und Straßencafés ist schnell gefunden. Auch wenn es darüber hinaus nicht viel zu entdecken gibt, erhält der „Franzosenwinkel“ nach drei Weinproben meinen ganz persönlichen Sympathiepunkt … für eine simple Coke und feste Nahrung.

Es wird wohl die Erinnerung an das heimatliche Alpenland gewesen sein, die den französischen Kapsiedlern Mitte des 17. Jahrhunderts diesen Ort am Fuße der Drakensteinberge sympathisch machte. In ihrer europäischen Heimat wurden die Hugenotten ihres protestantischen Glaubens wegen verfolgt. Der lange Weg der Flucht führte meist über Amsterdam in die damalige Kolonie der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC). Nebst „Ohlala“ brachten sie vor allem ihren persönlichen Einfluss auf den unverkennbaren Cape Dutch Baustil mit ans Kap der Guten Hoffnung und ihre Fähigkeit als Obst- und Weinbauern.

So auch der Mauritianer Robert Maingard, der 1987 nach Südafrika kam und mit dem Kauf der Dieu Donné Vineyards zu seinen französischen Wurzeln zurückfand. Die alten Rebstöcke wurden – zack – rausgerissen und die groben, auf verwittertem Granit basierenden Böden überwiegend mit Merlot-, und Cabernet Sauvignon-Reben neubepflanzt. An den sonnengeschützten Südwesthängen der Franschhoek Mountains durchlaufen die Reben von Dieu Donné einen langsamen Reifeprozess ohne zusätzlich bewässert werden zu müssen. Die für die hiesigen Böden charakteristischen Aromen werden so in den Trauben gebündelt, um sich dann als Spitzenwein im Glas zu entfalten.
Über solch edle Tröpfchen zu urteilen, würde ich mir als Biertrinker wohl kaum anmaßen. Aber eine Weinprobe bei solch spektakulärer Aussicht wird man sicherlich nirgendwo anders mehr finden.

À ta santé.


Dieu Donné Vineyards

Dieu Donné Wine-TastingLaue Sommertage laden ein zum entspannten Wein- & Käse-Picknick im Gras und bei kühleren Temperaturen wird das Wine-Tasting einfach nach drinnen ans offene Feuer verlagert.
Buchungen und Infos unter www.dieudonnevineyards.com
Roca RestaurantHungrige Mäuler können im Roca ausgezeichnet essen und natürlich auch hauseigene Tröpfchen sürpfeln. Dem Namen entsprechend ist das Restaurant in rustikalem Naturstein gehalten – mit Deckengewölbe ganz im Stile eines Weinkellers. Große Fensterfronten verleihen dem Raum dennoch Licht und Größe und eröffnen einen wunderbaren Panoramablick auf die Franschhoek Mountains.
Reservierung notwendig: www.rocarestaurant.co.za
Franschhoek Wine TramAuf unterschiedlichen Linien kutschiert die Franschhoek Wine Tram ihre Passagiere durchs sehenswerte Franschhoek Valley und fährt verschiedene Weingüter an. Zwei der acht Linien machen auch Station an den abgelegenen Dieu Donné Vineyards. Tickets für die Hop-on-hop-off-Tour gibt es im Büro in Franschhoek oder online.
Tickets und Infos unter www.winetram.co.za


Posted by:Claudia

Grafikdesignerin und Reisebloggerin mit einer Vorliebe für Fotografie, Wordpress und ganz viel Kaffee. Auf dem Land geboren, auf dem Land aufgewachsen. Ausgezogen, um auf Traumpfaden zu wandern, und auch immer wieder gerne heimgekehrt … Gone Walkabout!

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